Nachstehend finden Sie einige häufig gestellte Fragen (FAQs). Wenn Sie eine Frage haben, die hier nicht beantwortet wird, oder wenn Sie mit dem Projekt in Kontakt treten möchten, wenden Sie sich bitte per E-Mail, oder kontaktieren Sie uns über Twitter, Facebook oder Instagram.
Fairwork untersucht die Arbeitsbedingungen von digitalen Plattformen in der Gig Economy auf internationaler Ebene und bewertet einzelne Plattformen danach, wie gut oder wie schlecht die dort herrschenden Bedingungen sind. Das Projekt hat fünf Prinzipien der fairen Arbeit ausgearbeitet, die von digitalen Plattformen eingehalten werden sollten, wenn sie von Fairwork zertifiziert werden möchten.
Fairwork ist ein Projekt des Oxford Internet Institute der Universität Oxford und wird im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) finanziert. Zu den weiteren Geldgebern zählen ESRC/GCRF, der Europäische Forschungsrat (ERC) Ox-Ber, und der Ford Foundation.
Das Projekt wird in Zusammenarbeit mit Partnerorganisationen in der ganzen Welt durchgeführt. Eine aktuelle Liste der Kooperationspartner finden Sie hier.
Ja. Nach Gesprächen mit Fairwork haben mehrere Unternehmen in der ganzen Welt Änderungen vorgenommen, um ihre Arbeitsbedingungen entsprechend der Fairwork-Prinzipien zu verbessern. Die Plattformen haben formale Richtlinien etabliert, um gegen zu geringe Löhne, Diskriminierung, Gesundheits- und Sicherheitsbedenken vorzugehen und das Recht auf eine kollektive Vertretung zu gewährleisten. Informationen über Änderungen auf den Plattformen finden Sie auf der Seite Rankings sowie in unserem Jahresbericht.
Sie können alle Updates verfolgen, indem Sie sich für den Fairwork-Newsletter unter fair.work/newsletter anmelden.
Website: fair.work
Twitter: @TowardsFairWork
Facebook: facebook.com/TowardsFairWork
Instagram: https://www.instagram.com/towards_fairwork/
Es sind Prinzipien, von denen wir glauben, dass sie jeder fairen Arbeit zugrunde liegen sollten. Unabhängig davon, wie die Arbeit bezeichnet, organisiert, und ausgeübt wird, sollte sie den Grundsätzen fairer Arbeit entsprechen.
Ausführliche Informationen finden Sie in unserem Abschnitt Fairwork-Prinzipien.
Jede Plattform erhält von uns eine Punktzahl von 1 bis 10 aufgrund ihrer Einhaltung unserer fünf Prinzipien. Alle Prinzipien sind in zwei Schwellenwerte unterteilt. Dementsprechend kann für jedes Prinzip ein erster Punkt vergeben werden, der dem ersten Schwellenwert entspricht und ein zusätzlicher zweiter Punkt, der dem zweiten Schwellenwert entspricht.
Der zweite Punkt für jedes Prinzip kann nur vergeben werden, wenn der erste Punkt für dieses Prinzip vergeben wurde. Die Schwellenwerte geben an, welche Nachweise für eine Plattform erforderlich sind, um einen bestimmten Punkt zu erhalten. Liegt kein überprüfbarer Nachweis vor, der einen bestimmten Schwellenwert erfüllt, erhält die Plattform diesen Punkt nicht. Eine Plattform kann daher maximal zehn Punkte erhalten.
Weitere Informationen zu den Fairwork-Prinzipien und -Schwellenwerten finden Sie in unseren Abschnitten Gigwork-Plattformen und Cloudwork-Plattformen.
Die Fairwork-Prinzipien wurden auf der Grundlage einer umfassenden Literaturauswertung veröffentlichter Forschungsarbeiten zur Arbeitsplatzqualität, jahrelanger Untersuchungen mit Gig-ArbeiterInnen und Online-FreiberuflerInnen sowie Konsultationen mit einer Vielzahl von InteressenvertreterInnen, einschließlich ArbeitnehmerInnen, Plattformen, Gewerkschaften und GewerkschaftsaktivistInnen, entwickelt.
Wir entwickeln unsere Prinzipien auf der Grundlage unserer laufenden Forschung und des Feedbacks von Interessengruppen weiter. Wir tun dies durch ein systematisches Abstimmungsverfahren, das es allen Fairwork-Teams ermöglicht, alle vorgeschlagenen Änderungen sorgfältig zu prüfen und einzubringen. Wenn Sie Feedback zu unseren Prinzipien haben, schreiben Sie uns bitte unter info@fair.work.
Wir arbeiten mit zahlreichen Kooperationspartnern zusammen, die die Fairwork-Prinzipien und -Methoden in ihren eigenen Städten anwenden. Wenn Sie über eine eventuelle Partnerschaft sprechen möchten, kontaktieren Sie uns bitte unter info@fair.work.
Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) definiert eine “digitale Arbeitsplattform” als ein Unternehmen, das den “Arbeitsaustausch zwischen verschiedenen Nutzern wie Unternehmen, Arbeitnehmern und Verbrauchern” vermittelt und erleichtert (ILO, 2021, S. 31). Dazu gehören digitale Arbeits-“Marktplätze”, auf denen “Unternehmen die Aufgaben und Anforderungen einstellen und die Plattformen diese mit einem globalen Pool von ArbeiterInnen abgleichen, die die Aufgaben innerhalb der vorgegebenen Zeit erledigen können” (ILO 2021, S. 107). Marktplätze, die den Austausch von Arbeitskräften nicht erleichtern – beispielsweise Airbnb (das Eigentümer von Unterkünften mit Personen zusammenbringt, die eine kurzfristige Unterkunft mieten wollen) und eBay (das Käufer und Verkäufer von Waren zusammenbringt) – sind natürlich von der Definition ausgeschlossen. Die Definition der IAO für “digitale Arbeitsplattformen” ist weithin akzeptiert und umfasst viele verschiedene Geschäftsmodelle (De Stefano, 2016, S. 1).
Die Forschung von Fairwork bezieht sich auf digitale Arbeitsplattformen, die unter diese Definition fallen und die darauf abzielen, einzelne Dienstleistungsanbieter mit den NutzerInnen der Dienstleistung über die Plattformschnittstelle zu verbinden. Sie deckt nicht solche Plattformen ab, die Arbeitsangebote zwischen Einzelpersonen und Arbeitgebern vermitteln (unabhängig davon, ob es sich um eine unbefristete oder befristete Beschäftigung handelt).
Fairwork unterscheidet zwischen zwei Arten dieser Plattformen. Bei der ersten handelt es sich um “ortsgebundene” Plattformen, bei denen die Arbeit an einem bestimmten Ort verrichtet werden muss, z. B. die Lieferung von Lebensmitteln von einem Restaurant zu einer Wohnung, das Fahren einer Person von einem Stadtteil in einen anderen oder Reinigungsarbeiten. Wir nennen diese Plattformen “Gigwork”. Die zweite sind “Cloudwork”-Plattformen, bei denen die Arbeit theoretisch von jedem Ort aus über das Internet erledigt werden kann.
Die Schwellenwerte für die Erfüllung der einzelnen Prinzipien sind für ortsgebundene und Cloudwork-Plattformen unterschiedlich, da Gigwork-Plattformen anhand örtlicher Marktfaktoren, Risiken und Vorschriften, die in dem jeweiligen Land gelten, bewertet werden können, während Cloudwork-Plattformen dies nicht können, da die Arbeit (ihrer Natur nach) von überall aus ausgeführt werden kann und daher je nach Ort, wo die Arbeit verrichtet wird, unterschiedliche Marktfaktoren, Risiken und Vorschriften gelten.
Die von Fairwork untersuchten Plattformen haben unterschiedliche Geschäfts-, Einkommens- und Verwaltungsmodelle, darunter Beschäftigungs-, Subunternehmer-, Provisions-, Franchise-, Akkord-, Schicht- und Abonnementmodelle. Einige dieser Modelle beinhalten, dass die Plattformen direkte Zahlungen an die Arbeitnehmer leisten (auch über Subunternehmer).
Einige digitale Arbeitsplattformen lagern Teile ihrer Tätigkeiten an andere Unternehmen aus. Während einige dieser Unternehmen unter demselben Namen wie das Hauptunternehmen oder einer leicht abgewandelten Version davon operieren (z. B. ist “Amazon Flex” eine Lieferplattform, die ausschließlich für Amazon tätig ist), erbringen andere Unternehmen ihre Dienstleistungen für das Hauptunternehmen und führen gleichzeitig ihre eigenen Tätigkeiten aus (z. B. DPD und myHermes, die neben anderen Lieferungen auch für Amazon tätig sind). Wenn betriebliche Unteraufträge vergeben werden, liegt die Verantwortung für die Einhaltung der Prinzipien fairer Arbeitsbedingungen bei dem Hauptunternehmen, das seine Tätigkeiten auslagert.
Unsere institutionellen Wege, um Veränderung herbeizuführen, beinhalten eine Vielzahl von Akteuren, mit denen wir zusammenarbeiten, um fairere Bedingungen in der globalen Plattformökonomie zu fördern. Dazu gehören Plattformen, politische Entscheidungsträger:innen, Verbraucher:innen und vor allem Gigworker und die Arbeitsorganisationen, die ihre Interessen vertreten. Fairwork arbeitet in den verschiedenen Ländern, in denen wir tätig sind, mit mehreren dieser Gruppen zusammen, ist aber keiner bestimmten Gewerkschaft, Arbeitnehmervereinigung oder Interessenvertretung angeschlossen.
Fairwork unterstützt keine Gewerkschaften, Gewerkschaftskampagnen, Streiks oder Demonstrationen. Wir versuchen, die Stimmen von Gewerkschaften und Arbeitnehmervertretern durch unsere laufende Forschung und die Entwicklung der Fairwork-Prinzipien zu unterstützen und zu verstärken, mit dem Ziel, die Arbeitsstandards in der Gig-Economy zu verbessern.
Wir pflegen eine wachsende Datenbank von Gewerkschaften und Arbeitnehmerverbänden in mehreren Ländern. Wenn Sie mit einer Gewerkschaft, einem Arbeitnehmerverband oder einer anderen Gruppe zusammenarbeiten, die Arbeitnehmerrechte vertritt, würden wir uns freuen, von Ihnen zu hören. Bitte schreiben Sie uns eine E-Mail an info@fair.work
Fairwork vergibt einen Punkt an eine Plattform, wenn deutlich nachgewiesen wurde, dass sie den Schwellenwert vollständig erreicht hat.
Wir verwenden drei Ansätze, um die Fairness der Arbeitsbedingungen auf digitalen Arbeitsplattformen effektiv zu bewerten: Sekundärforschung, Interviews und Umfragen unter ArbeitnehmerInnen sowie Interviews mit der Plattformleitung. Mit diesen drei Methoden versuchen wir herauszufinden, ob die Plattformen gemäß der fünf Fairwork-Prinzipien handeln.
Wir beginnen mit einer Schreibtischrecherche zu jeder Plattform, bei der wir die Arbeitsweise, die Größe und die Kanäle, über die wir mit den ArbeitnehmerInnen in Kontakt treten können, kennenlernen.
Dann bitten wir die Plattformleitung um ein Interview. Bei den Interviews mit dem Management treffen wir uns mit einer Führungskraft und bitten darum, für jeden Schwellenwert des Fairwork-Rankings Nachweise zu erbringen. Dadurch erhalten wir Einblicke in die Arbeitsweise und das Geschäftsmodell der Plattform und eröffnen gleichzeitig einen Dialog, in dessen Rahmen sich die Plattform bereit erklären kann, Änderungen auf der Grundlage der Fairwork-Grundsätze vorzunehmen.
Außerdem befragen wir die Beschäftigten der einzelnen Plattformen direkt und interviewen sie. Auf diese Weise erhalten wir Einblick in die Verträge der Beschäftigten und erfahren mehr über die Strategien und die Praktiken der Plattformen, die sich auf ihre Arbeitsbedingungen auswirken. Die ArbeitnehmerInnen, die an unseren Untersuchungen teilnehmen, werden für ihre Zeit und ihre Bemühungen angemessen entschädigt und ihre Antworten auf die Umfragen und Interviews werden absolut vertraulich behandelt.
Eine detaillierte Beschreibung des Bewertungsverfahrens finden Sie hier.
Alle vergebenen Punkte sind für einen Zeitraum von zwölf Monaten gültig. Danach können die Plattform und/oder Fairwork entscheiden, ob eine Neubewertung eingeleitet werden soll.
Wenn Sie eindeutige Informationen haben, durch die eine aktuelle Fairwork-Bewertung in Frage gestellt wird oder über spezifische Informationen verfügen, die ein neues Licht auf eine bestehende Fairwork-Bewertung werfen könnten, können Sie Ihre Nachweise anonym über die Feedback-Seite bei Fairwork einreichen.
Ja. Wenn wir spezifische Informationen erhalten, werden diese anonym behandelt und zu keinem Zeitpunkt veröffentlicht oder an die Plattformen weitergegeben. Die Hinweise werden von uns dazu genutzt, um entweder weitere Nachweise von den Plattformbetreibern zu verlangen oder unsere Bewertung zu hinterfragen oder neu zu bewerten.
Fairwork verwendet eine Reihe von allgemeinen Prinzipien, an denen wir die von Plattformen vermittelte Arbeit bemessen. Alle Arbeitnehmer:innen, ganz gleich wo sie arbeiten, verdienen Arbeitsplätze, die durch diese fünf Prinzipien für faire Arbeit gekennzeichnet sind. Trotz ihres universellen Charakters berücksichtigt die Operationalisierung der Fairwork-Prinzipien wichtige örtliche Kontextfaktoren. Risiken, Schäden, Normen und Mindeststandards sind weltweit unterschiedlich und fließen in die Umsetzung der Prinzipien durch die Fairwork-Länderteams ein. In der Praxis bedeutet dies, dass die Fairwork-Bewertungen innerhalb eines Landes zwar immer einheitlich sind, die Bewertungen der Plattformen jedoch nicht zum direkten Vergleich zwischen den Ländern herangezogen werden sollten.
Wir erhalten oft Anfragen zum Cross-Posting von Fairwork-Beiträgen wie Blogs, Artikel oder Newsletter auf anderen Webseiten, gelegentlich auch in anderen Sprachen.
Generell begrüßen wir ein Cross-Posting unserer Inhalte auf anderen Seiten.
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